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Hier lernst du...
  • wie Du Deine Pflanzen auf Erde richtig gießt
  • welche die häufigsten Fehler beim Gießen sind
  • wie unterschiedliche Anbauarten behandelt werden

Erde Richtig Gießen - Die Basis für gesunde Pflanzen

Viele Grower unterschätzen die Bedeutung des richtigen Gießens für die Entwicklung ihrer Pflanzen. In diesem Tutorial wollen wir die häufigsten Fehler aufzeigen und euch ein paar Ratschläge an die Hand geben, wie ihr euer Gießverhalten verbessern könnt.

So macht's der Grow-Guru

Das Wichtigste in Kürze:

  1. Obere Erdschicht vor dem Gießen mit Pflanzensprüher befeuchten
  2. Erde sollte etwa alle 2-5 Tage gegossen werden. 
  3. Erst gießen, wenn man den Finger 3-5 cm tief in die Erde steckt und es dort trocken ist.
  4. Das Substrat muss atmen und darf antrocknen
  5. Das Substrat darf nicht vollständig austrocknen, da sonst Trockenspots entstehen
  6. Gießen immer auf 3 Etappen mit jeweils 30 Minuten Pause dazwischen, damit die Erde die Feuchtigkeit besser aufnehmen kann
  7. Wenig Drainagewasser bei organischen Grows, mehr Drain bei mineralischen Grows

Wie verhält sich Erde beim Gießen?

Das am weitesten verbreitete Substrat zum Anbau von Pflanzen ist - wer hätte es gedacht - die gute alte Erde. Um zu verstehen, wie Du Deine Erde am besten bewässern kannst, werfen wir einen Blick auf die grundlegenden Eigenschaften unseres beliebtesten Substrats.

Ein wenig Drainagewasser gehört immer dazu

Erde ist ein lockeres Gemisch, das aus verschiedenen Bestandteilen besteht. Dazu können Humus, Kokosfasern, Sand, Torf, Perlite und andere Zusätze gehören. Wenn Du von oben Wasser in einen Topf mit Erde gibst, dann kann es sein, dass unten aus dem Topf wieder etwas heraus fließt. Diese Flüssigkeit nennen wir Drainagewasser oder "Drain".

Dieser Drain kann je nach Anbaumethode (organisch oder mineralisch) mehr oder weniger erwünscht sein. Dieser Ausfluss gehört aber fest zu jedem Gießvorgang dazu. Ohne Drainagewasser zu arbeiten ist zwar auch möglich, aber dazu braucht es ein wenig Erfahrung und Geschick.

In den meisten Fällen ist es sinnvoll, das Drainagewasser zu entsorgen und die Pflanzen nicht weiter darin stehen zu lassen.

Erde Atmet durch kleine Lufttunnel

Wenn Erde austrocknet, dann wird sie mehr und mehr von Luft durchströmt. Dies geschieht durch kleine Kapillaren, also feine Luft-Tunnel in der Erde, durch die auch das Wasser ungehindert abfließen kann. Diese Kapillaren sind sehr wichtig dafür, dass Sauerstoff in die Erde eindringen kann. Allerdings zwingen sie Dich auch, Deine Pflanzen langsam zu gießen, da sonst die Flüssigkeit nicht ordentlich aufgesogen wird. Je trockener die Erde ist und je schneller Du gießt, desto mehr Wasser wird durch die Erde einfach hindurch fließen ohne aufgenommen zu werden.

Der Effekt ist so ähnlich, wie wenn Du Wasser auf Zimtpulver schüttest: Das Pulver ist so fein gemahlen und trocken verdichtet, dass das Wasser nicht eindringt und obenauf liegen bleibt. Selbiges gilt für Deine Erde: Wenn sie besonders trocken ist, dann dringt das Gießwasser nur sehr langsam in das Substrat ein und fließt schneller über die Kapillaren ab.

Immer langsam und gleichmäßig befeuchten

Du kannst diesen Effekt vermeiden, wenn Du vor dem Gießen Deine Erde gleichmäßig mit einem Pflanzensprüher befeuchtest. Dabei dringt Flüssigkeit gleichmäßig in die Erde ein und macht sie saugfähig.

Sobald dies geschehen ist, lässt Du etwa 30 Minuten Zeit vergehen. Danach kannst Du mit dem eigentlichen Gießen beginnen. Beim Gießen ist es ratsam, besonders langsam vorzugehen und die gewünschte Wassermenge auf drei Etappen verteilt zu verabreichen. Zwischen den Etappen sollten immer 20-30 Minuten Zeit vergehen. So kann Deine Erde die Flüssigkeit langsam aufsaugen und Du verhinderst trockene Stellen im Substrat.

Trockenphasen sind wichtig

Generell gilt: Erde darf und soll hin und wieder ein wenig antrocknen, aber nie vollständig austrocknen. Durch trockene Phasen kann frische Luft in Dein Substrat eindringen. Das ist wichtig, damit die Wurzeln Deiner Pflanzen keine Fäule ansetzen. Dadurch ergibt sich für die meisten Anwendungen ein Gießzyklus von 2-5 Tagen, je nach Anbaubedingungen.

Wenn die Erde allerdings vollständig austrocknet, dann entstehen innerhalb des Pflanzentopfes so genannte "Trockenspots". Dabei handelt es sich um Bereiche in der Erde, die so verdichtet und trocken sind, dass sie wie oben beschrieben das Gießwasser nicht mehr richtig aufnehmen können. Die Wurzeln, die innerhalb eines solchen Trockenspots sitzen, können dann verkümmern und Stress in Deiner Pflanze auslösen.

Erdgemisch mit Perliten

Wie oft muss ich meine Pflanzen wässern?

Es gibt keinen allgemeinen Wert, der besagt wie oft Du gießen musst. Das ist abhängig von verschiedenen Faktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Topfgröße und Leuchtmittel.

Die einfachste Methode ist die Finger-Methode. Hierbei steckst Du Deinen Finger ca. 5cm in Erde. Falls es dort trocken ist, kannst Du gießen.

In den meisten Fällen ergibt sich dadurch ein Gießzyklus von etwa 2-5 Tagen, abhängig davon, welche Anbaubedingungen Du hast. Je nachdem ob Du organisch oder mineralisch anbaust, werden an den Boden unterschiedliche Anforderungen gestellt.

Gießen bei organischem Anbau

Beim organischen Anbau auf Erde beziehen Deine Pflanzen ihre Nährstoffe von lebendigen Bodenmikroben und Bakterien. Wie alle Lebewesen benötigen diese kleinen Helferlein stets Wasser, sodass sie fröhlich weiter Nährstoffe produzieren können.

Lebewesen nicht ausspülen

Daher ist beim Gießen organischer Grows auf Erde darauf zu achten, dass Du diese Lebewesen nicht unnötig aus dem Boden heraus spülst. Du solltest beim Gießen nicht so viel Drainagewasser erzeugen, wie wenn Du mineralisch anbaust. Allerdings gehört ein wenig Drainagewasser immer dazu. Achte einfach darauf, dass Du nicht mehr als 5-10% Deines Gießwassers unten ausspülst.

Gießen von unten

Du kannst Deine Pflanzen nicht nur klassisch von oben gießen, so wie Du das von Deiner Oma kennst, sondern Du kannst sie auch von unten wässern. Dabei füllst Du Dein Gießwasser in den Untersetzer, sodass es von der Erde aufgesogen werden kann. Diese Methode bietet sich insbesondere für den organischen Anbau an, da sich keine Nährsalze im Substrat ansammeln wie bei mineralischen Grows. Das Ganze gibt's übrigens auch in automatisch von Autopot.

So macht's der Grow-Guru

Bei organischem Anbau auf Erde

  • Etwa alle 2-5 Tage gießen
  • Gießmenge = 15-20% des Topfvolumens in Litern
    z.B. 9L Töpfe
    20% von 9 Litern sind 1,8L
  • Wenig Drainagewasser erzeugen (5-10% der Gießmenge)
  • Gießen auf 3 Mal verteilen mit jeweils 30 Minuten Pause dazwischen
    z.B. 9 Liter Töpfe brauchen 1,8 Liter
    Gießen:
    1x 600ml um 08:00 Uhr
    1x 600ml um 08:30 Uhr
    1x 600ml um 09:00 Uhr
    -----------------------------
    = 1,8 Liter
So macht's der Grow-Guru

Bei organischem Anbau auf Erde

  • Etwa alle 2-5 Tage gießen
  • Gießmenge = 15-20% des Topfvolumens in Litern
    z.B. 9L Töpfe
    20% von 9 Litern sind 1,8L
  • Wenig Drainagewasser erzeugen (5-10% der Gießmenge)
  • Gießen auf 3 Mal verteilen mit jeweils 30 Minuten Abstand dazwischen
    z.B. 9 Liter Töpfe brauchen 1,8 Liter
    Gießen:
    1x 600ml um 08:00 Uhr
    1x 600ml um 08:30 Uhr
    1x 600ml um 09:00 Uhr
    -----------------------------
    = 1,8 Liter

Gießmethode für mineralische Erd-Grows

Wenn Du Deine Pflanzen mit mineralischen Nährstoffen versorgst, dann empfiehlt sich eine Gießmethode mit mehr Drainagewasser. Das liegt daran, dass sich im Laufe der Zeit Nährsalze im unteren Bereich der Erde ansammeln können. Diese Ansammlungen verursachen Stress in Deinen Pflanzen und verhindern die Aufnahme wichtiger Nährstoffe.

Sturzguss-Verfahren gegen Salzansammlungen

Durch so genanntes "Sturzgießen" mit viel Drain spülst Du diese Salze aus der Erde und ersetzt sie mit den Nährsalzen, die durch Deinen Mineraldünger in Deinem Gießwasser gelöst sind. So bekommen Deine Pflanzen immer genau die Nährstoffe, die Du in Deiner Nährlösung angerührt hast und Düngeransammlungen am Topfboden werden vermieden. Das führt zu einer gleichmäßigen Nährstoffversorgung und weniger Pflanzenstress. 

pH- und EC-Wert im Blick behalten

Beim organischen Anbau regulieren Mikroorganismen das Bodenleben und versorgen Deine Pflanzen fortwährend mit frischen Nährstoffen. Beim mineralischen Anbau bist allerdings Du alleine dafür verantwortlich, dass Deine Pflanzen die richtige Menge Nährstoffe bekommen. So empfiehlt es sich, den pH-Wert und den EC-Wert Deiner Nährlösung zu messen. Nur so gewährleistest Du eine optimale Nährstoffzufuhr und -aufnahme. Dafür gibt es spezielle pH/EC-Messgeräte.

So macht's der Grow-Guru

Bei mineralischem Anbau auf Erde

  • Etwa alle 2-5 Tage gießen
  • Gießmenge = 20-30% des Topfvolumens in Litern
    z.B. 9L Töpfe
    30% von 9 Litern sind 2,7L
  • mehr Drainagewasser erzeugen (10-20% der Gießmenge)
  • Wässern auf 3 Etappen verteilen mit jeweils 30 Minuten Pause dazwischen
    z.B. 9 Liter Töpfe brauchen 2,7 Liter
    Gießen:
    1x 900ml um 08:00 Uhr
    1x 900ml um 08:30 Uhr
    1x 900ml um 09:00 Uhr
    -----------------------------
    = 2,7 Liter
So macht's der Grow-Guru

Bei mineralischem Anbau auf Erde

  • Etwa alle 2-5 Tage gießen
  • Gießmenge = 20-30% des Topfvolumens in Litern
    z.B. 9L Töpfe
    30% von 9 Litern sind 2,7L
  • mehr Drainagewasser erzeugen (10-20% der Gießmenge)
  • Wässern auf 3 Mal verteilen mit jeweils 30 Minuten Pause dazwischen
    z.B. 9 Liter Töpfe brauchen 2,7 Liter
    Gießen:
    1x 900ml um 08:00 Uhr
    1x 900ml um 08:30 Uhr
    1x 900ml um 09:00 Uhr
    -----------------------------
    = 2,7 Liter

Häufige Fehler beim Bewässern

Über die Jahre hat sich gezeigt, dass es ein paar typische "Gießfehler" gibt, die immer wieder zu unerwünschten Ergebnissen führen. 

Zu oft gießen

Der Klassiker! In emotionalen Wallungen der Fürsorge meinen viele Grower es zu gut mit ihren Pflanzen und gießen sie zu oft. Im Resultat fehlt Sauerstoff am Wurzelwerk, wodurch es nachhaltig geschädigt wird. Nur durch angemessene Trockenphasen kann die Erde "atmen" und Dein Wurzelwerk bleibt gesund. 

Fun Fact:
Bevor eine Pflanze an Dehydration stirbt, hängt sie richtig durch. Der Stamm biegt sich nach unten und alle Blätter hängen herab. So weit sollte es zwar nicht kommen, aber selbst dann stellt sich die Pflanze innerhalb weniger Stunden nach dem Gießen wieder auf. Soll heißen: Lieber zu wenig gießen, als zu viel. 

Zu schnelles Wässern

Bei zu schnellem Wässern kann die Flüssigkeit nicht ordentlich in Deine Erde eindringen. Dadurch nimmt das Substrat nicht genug Wasser auf und bleibt an einigen Stellen im Inneren trocken (Trockenspots).

Daher solltest Du Deine Pflanzen stets langsam gießen, sodass Die Flüssigkeit sich gleichmäßig in der Erde verteilen kann.

Gießen ohne Drainagewasser

Um es nochmal klar zu stellen: Sofern man nicht von unten gießt, ist Drainagewasser ein erwünschtes "Soll". Bei organischen Grows sollte es ein bisschen weniger sein, bei mineralischem Anbau darf auch mehr Drain entstehen. Außerdem solltest Du das Drainagewasser entsorgen und nicht Deine Töpfe darin stehen lassen.

Vollständige Austrocknung der Erde

Wenn über längere Zeit nicht gegossen wird und die Erde vollständig austrocknet, dann nimmt sie nur sehr langsam wieder Flüssigkeit auf. Außerdem kann es sein, dass Risse im Substrat entstehen und die Erde am Rand Deiner Töpfe Lücken bildet.

Sollte es einmal so weit gekommen sein, dann hilft nur ein vollständiges Tränken des Topfes. Dazu solltest Du ihn für mehrere Stunden in ein Wasserbad stellen und die Erde alles aufsaugen lassen, was sie benötigt. Danach solltest Du die Erde am Topfrand vorsichtig anpressen, um die Lücken zu schließen.

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