INFOREIHE

Hier lernst du...
  • wie viel Licht Deine Pflanzen in welcher Phase brauchen
  • wie Du Deine LED Beleuchtung einstellen kannst
  • häufige Fehler zu vermeiden

Die LED Beleuchtung richtig einstellen - Ein Guide für Anfänger

Einer der wichtigsten Aspekte beim Indoor-Anbau von Pflanzen ist die Stärke der Beleuchtung. Eine korrekt eingestellte Lampenleistung fördert ein schnelles und gesundes Wachstum. Dagegen kann eine falsch eingestellte LED Beleuchtung Deinen Pflanzen schaden und ihre Entwicklung verzögern.

In diesem Guide zeigen wir Dir, wie Du Deinen Pflanzen die richtige Lichtmenge zukommen lässt und die klassischen Anfängerfehler vermeidest.

So macht's der Grow-Guru

Das Wichtigste in Kürze:

  • Keimungsphase
    Beleuchtungsdauer
    16-24 Stunden pro Tag
    DLI
    12-16

  • Wachstumsphase
    Beleuchtungsdauer
    16-24 Stunden pro Tag
    DLI
    20-45

  • Blütephase
    Beleuchtungsdauer
    10-12 Stunden pro Tag
    DLI
    25-40

HINWEIS: Für die Blütephase empfehlen wir die 12-Stunden Methode. Ein PPFD von über 900 µmol/s/m² kann für die Pflanze schädlich sein. Solche Lichtstärken sind nur dann unbedenklich, wenn alle anderen Anbaubedingungen optimal sind und die Pflanze vollkommen gesund ist.

So macht's der Grow-Guru

Das Wichtigste in Kürze:

  • Keimungsphase
    Beleuchtungsdauer
    16-24 Stunden pro Tag
    DLI
    12-16

  • Wachstumsphase
    Beleuchtungsdauer
    16-24 Stunden pro Tag
    DLI
    20-45

  • Blütephase
    Beleuchtungsdauer
    10-12 Stunden pro Tag
    DLI
    25-40

HINWEIS: Für die Blütephase empfehlen wir die 12-Stunden Methode. Ein PPFD von über 900 µmol/s/m² kann für die Pflanze schädlich sein. Solche Lichtstärken sind nur dann unbedenklich, wenn alle anderen Anbaubedingungen optimal sind und die Pflanze vollkommen gesund ist.

Bedeutung der richtigen Beleuchtungsstärke beim Indoor-Anbau

Die Stärke der Beleuchtung spielt eine entscheidende Rolle beim Indoor-Anbau von Pflanzen. Eine optimale Lampenleistung sorgt dafür, dass Deine grünen Lieblinge genügend Lichtenergie erhalten, um die Photosynthese effektiv durchzuführen. Dadurch können sie schneller wachsen und gesünder bleiben.

Wenn die Beleuchtung zu schwach ist oder das falsche Farbspektrum aufweist, erhalten Deine Pflanzen nicht genug Licht. Das führt zu einem langsamen und ungleichmäßigen Wachstum (Spargelwuchs). Die Blätter können blass und dünn werden, und die Pflanze insgesamt schwächer und anfälliger für Krankheiten. Eine zu starke Beleuchtung dagegen kann die Pflanzen stressen, ihre Blätter verbrennen oder sie austrocknen lassen.

Die Wahl der richtigen Lampenleistung hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Größe des Anbauraums und der Entwicklungsphase der Pflanze. Eine gut eingestellte Beleuchtung im Indoor-Anbau ist daher essenziell, damit Deine Pflanzen optimale Wachstumsbedingungen haben und gesund gedeihen können.

Typische Fehler: Welche Auswirkungen hat eine falsche Beleuchtung?

Die Verwendung von LED-Beleuchtung im Indoor-Anbau hat viele Vorteile, aber eine falsche Einstellung kann erhebliche Risiken für Deine Pflanzen mit sich bringen. Hier sind einige der möglichen Schäden und Entwicklungsverzögerungen, die durch falsch eingestellte LED-Beleuchtung verursacht werden können:

Zu wenig Licht

  • Streckung (Spargelwuchs)
    Symptome
    Pflanzen wachsen ungewöhnlich lang und dünn.
    Ursache
    Zu wenig Licht, wodurch die Pflanzen sich strecken, um mehr Licht zu erreichen.
  • Nährstoffmangel
    Symptome
    Verfärbungen der Blätter, Wachstumsstopp.
    Ursache
    Falsche Lichtintensität kann die Aufnahme von Nährstoffen beeinträchtigen.

Zu viel Licht

  • Verbrennungen und Hitzestress
    Symptome
    Blätter können gelb oder braun werden; Blüten können die Farbe verlieren und sich weiß verfärben
    Ursache
    Zu intensive Beleuchtung oder die Lampen sind zu nah an den Pflanzen angebracht.
  • Gedrungenes Wachstum
    Symptome
    Kaum Wachstum in die Höhe während der Stamm immer dicker wird
    Ursache
    Licht ist zu stark oder zu nah, Pflanze möchte der Lichtquelle nicht näher kommen

Wie kann ich die Lichtstärke beeinflussen?

Generell gibt es zwei Möglichkeiten, wie Du die Intensität Deiner Grow-Beleuchtung beeinflussen kannst:

    1. Mit Dimmer

    Wenn Deine Grow-LED einem Dimmer besitzt, dann kannst Du die Intensität Deiner Beleuchtung mit diesem steuern. Je nach Hersteller kannst Du dabei die Lichtstärke in vordefinierten Stufen einstellen, oder sogar stufenlos mit einem Drehregler justieren.

      2. Abstand der LED zu den Blattspitzen

      Pflanzenlampen haben eine begrenzte Tiefenwirkung. Das bedeutet, dass weniger Licht bei Deinen Pflanzen ankommt, je weiter die Lampe entfernt von ihnen ist. Somit kannst Du die Intensität Deiner Beleuchtung maßgeblich über den Abstand der Lampe zu den Blattspitzen steuern.

      Dadurch zeigt sich, dass ein Dimmer nicht unbedingt notwendig ist, um die korrekte Leuchtintensität einzustellen. Allerdings gilt es zu bedenken, dass eine Lampe, die stets auf voller Leistung läuft, mehr Wärme erzeugt (was auch gewollt sein kann) und insgesamt einen höheren Stromverbrauch hat.

      Woran erkenne ich, dass meine Grow-LED richtig eingestellt ist?

      Bei einer korrekt eingestellten Beleuchtung sollten Deine Pflanzen in einem gesunden Grün erstrahlen und schnell wachsen. Der Stiel sollte nicht zu dünn sein und sich passend zur Gesamtgröße der Pflanze entwickeln.

      Weder sollen sich Deine Pflanzen zum Licht strecken, noch sollten sie zu gedrungen wachsen. Später in der Blütephase dürfen die Blüten sich sichtbar aufblähen, aber keine weißen Spitzen bekommen (Light Bleaching).

      Auch ein Messgerät kann Aufschluss darüber geben, wie viel Licht bei Deinen Pflanzen ankommt. Da es verschiedene Arten der Lichtmessung gibt und es für Einsteiger schnell zu Verwirrung kommen kann, geben wir Dir einen kleinen Überblick über die wichtigsten Messgrößen beim Indoor-Grow.

      Welche Messgrößen gibt es bei der Stärke von Pflanzenlampen?

      Es gibt verschiedene Messgrößen, die Dir helfen können, die Lichtstärke beim Indoor-Anbau zu bestimmen und zu optimieren. Die drei wichtigsten Messgrößen sind Lux, PPFD und DLI.

      Jede dieser Messgrößen hat ihre eigene Bedeutung und Anwendung, und zusammen bieten sie ein umfassendes Bild der Lichtverhältnisse in Deinem Anbauraum. 

      Fangen wir aber von vorne an: Nämlich bei dem, was eine Lichtquelle abstrahlt.

      Lumen

      • Definition
        Der Lumen-Wert (lm) beschreibt die Gesamtmenge an Licht, die eine Lichtquelle in alle Richtungen abstrahlt. Eine höhere Lumenanzahl steht für eine hellere Lichtquelle.
      • Verwendung
        Lumen gibt an, wie hell eine Lichtquelle erscheint, wie zum Beispiel eine Deckenleuchte. Es ist eine nützliche Messgröße, um die Helligkeit verschiedener Lampen zu vergleichen. Allerdings liefert der Lumen-Wert keine Informationen darüber, wie viel Licht tatsächlich bei Deinen Pflanzen ankommt. Für diese spezifische Anforderung sind andere Messgrößen, wie PPFD und DLI, besser geeignet.
      • Messgerät
        Zur Bestimmung des Lumen-Werts verwendet man ein Lumenmeter oder Photometer. Diese Geräte messen die Gesamthelligkeit, die von einer Lichtquelle ausgeht.

      Lux

      • Definition
        Lux ist eine Maßeinheit, die die Beleuchtungsstärke angibt, also wie viel Licht auf eine bestimmte Fläche trifft. Ein Lux entspricht einem Lumen pro Quadratmeter.
      • Verwendung
        Lux-Messungen sind nützlich, um die allgemeine Lichtintensität in Deinem Anbauraum zu erfassen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Lux das gesamte sichtbare Lichtspektrum berücksichtigt, während Pflanzen hauptsächlich auf bestimmte Wellenlängen reagieren. Daher ist Lux allein auch nicht der beste Indikator für die Qualität des Lichts für Deine Pflanzen.
      • Messgerät
        Luxmeter. Mit einem Luxmeter kannst Du die Lichtstärke an verschiedenen Stellen Deines Anbauraums messen und so sicherstellen, dass die Beleuchtung gleichmäßig verteilt ist.

      PPFD (Photosynthetic Photon Flux Density)

      • Definition
        PPFD misst die Anzahl der photosynthetisch aktiven Photonen im Lichtspektrum zwischen 400 und 700 nm, die pro Sekunde auf einen Quadratmeter Fläche fallen. Der PPFD wird in μmol/m²/s angegeben.
      • Verwendung
        PPFD ist entscheidend für die Messung der Lichtintensität, die tatsächlich für die Photosynthese von Pflanzen verfügbar ist. Es gibt Dir eine genaue Vorstellung davon, wie viel nutzbares Licht Deine Pflanzen erhalten. Ein passender PPFD-Wert bedeutet, dass Deine Pflanzen optimales Licht für die Photosynthese bekommen.
      • Messgerät
        PPFD-Meter mit Quantum-Sensor. Ein Quantum-Sensor kann die Menge an photosynthetisch aktivem Licht genau messen und Dir helfen, die Beleuchtung optimal einzustellen.

      DLI (Daily Light Integral)

      • Definition
        DLI misst die Gesamtmenge an photosynthetisch aktivem Licht, das eine Fläche über den Verlauf eines Tages erreicht. Es wird in mol/m²/Tag angegeben. Das bedeutet, dass das DLI nicht nur den Photonenfluss als PPFD-Wert berücksichtigt, sondern eben auch, wie viele Stunden pro Tag Deine Pflanzen mit diesem Wert bestrahlt werden.
      • Verwendung
        Somit ist das DLI ist der wichtigste Wert, um zu verstehen, wie viel Licht Deine Pflanzen täglich bekommen. Das ist entscheidend für die Planung der Beleuchtungsdauer und -intensität. Ein passender DLI kann zu schnellerem Wachstum und höheren Erträgen führen.
      • Berechnung
        DLI kann durch Integration der PPFD-Werte über die Beleuchtungsdauer berechnet werden. Wenn Du zum Beispiel die PPFD in μmol/m²/s und die Beleuchtungsdauer in Stunden kennst, kannst Du den DLI wie folgt berechnen:

        DLI (mol/m²/Tag) = PPFD (μmol/m²/s) × Beleuchtungsdauer (Stunden) × 3600 / 1,000,000.

      Wie kann ich selbst meine Lichtstärke messen?

      Messungen der Lichtstärke werden mit spezialisierten Geräten durchgeführt. Ein noch recht erschwingliches Exemplar ist das Bloomstar PAR Meter, das Dir sehr präzise sowohl den PPFD-Wert, als auch das entsprechende DLI anzeigt.

      Wer an dieser Stelle vorerst sparen möchte und ein Smartphone besitzt, dem sei die Photone App ans Herz gelegt. Sie ermöglicht es Dir, mit Deinem Smartphone eigene Messungen vorzunehmen und Dir alle relevanten Werte anzeigen zu lassen.

      Um die Präzision der Handy-Messungen zu erhöhen, solltest Du einen Lightray Diffuser nutzen. So wird das in den Sensor eindringende Licht erst zerstreut und gleichmäßiger gemessen für bessere Ergebnisse.

      Die Präzision der App ist besonders ausgereift auf Geräten mit Apfelbiss, aber auch Androiden der "renommierten" Hersteller liefern gute Ergebnisse. Man sollte aber stets vor Augen haben: Auch wenn diese App den Beleuchtungs-"Blindflug" beendet, so kann niemand garantieren, dass die Ergebnisse auf Deinem Endgerät korrekt sind. Dennoch bekommst Du einen besseren Einblick in Deine Beleuchtungssituation und kannst den Zusammenhang zwischen Dimmstufe und Lampenabstand besser abschätzen.

      Wie viel Licht brauchen meine Pflanzen?

      Je nachdem in welcher Entwicklungsstufe sich Deine Pflanzen befinden, bevorzugen sie unterschiedliche Lichtverhältnisse. Während Sämlinge und Stecklinge mit zu großen Lichtmengen schnell überfordert sind, können sich erwachsene Pflanzen als besonders lichthungrig erweisen.

      Der am besten geeignete Vergleichswert ist dabei das Day Light Integral (DLI). Es berücksichtigst nicht nur den PPFD-Wert (Dichte an verwertbaren Lichtteilchen für Deine Pflanze), sondern auch, wie lang Dein Green jeden Tag mit dieser Intensität beleuchtet wird.

      In folgender Grafik kannst Du gute Richtwerte für das DLI zu unterschiedlichen Entwicklungszeitpunkten entnehmen.

      Das perfekte DLI zur richtigen Zeit

      Das richtige DLI zur richtigen Zeit

      Wie man erkennen kann, kommt es zwischen dem Ende der Wachstumsphase und dem Beginn der Blütephase zu einem zu einem "Knick" im Verlauf des DLI. Das liegt daran, dass das DLI auch die Beleuchtungsdauer einbezieht.

      Beim Wechsel von der Wachstumsphase in die Blütephase wird die Beleuchtungsdauer von 16-24 Stunden pro Tag auf 10-12 Stunden pro Tag verkürzt. Das ist nötig, damit Deine Pflanzen in die Blütephase übergehen können. Das spiegelt sich natürlich auch im DLI wider.

      Keimungsphase (Seedlingswochen)

      Während der Keimungs- und Anzuchtphase benötigen Deine Pflanzen noch vergleichsweise schwaches Licht, das aber viele Stunden Leuchtet. 

      • Beleuchtungsdauer
        16-24 Stunden pro Tag
      • DLI
        12-16
      • PPFD (je nach Beleuchtungsdauer)
        16h = 200-280 umol/s/m2
        18h = 190-250 umol/s/m2 
        24h = 140-190 umol/s/m2
      • Typische Fehler
        Eine zu schwache Beleuchtung lässt Frischlinge lang und dünn wachsen. Eine zu starke Beleuchtung kann zu gelben Blättern mit grünen Blattadern führen, selbst wenn alle anderen Anbaubedingungen stimmen.

      Wachstumsphase (Vegetationsphase)

      Sobald Deine Pflanzen etwa 3-5 Blattpaare besitzen, treten sie in die Vegetationsphase ein. Dort benötigen sie viel Licht, sodass sie eine starke Basis für die spätere Blüte entwickeln können.

      • Beleuchtungsdauer
        16-24 Stunden pro Tag
      • DLI
        20-45
      • PPFD (je nach Beleuchtungsdauer)
        16h = 350-780 umol/s/m2
        18h = 310-700 umol/s/m2 
        24h = 230-520 umol/s/m2
      • Typische Fehler
        Wenn Deine Pflanzen in der Wachstumsphase zu viel Licht bekommen, dann wachsen sie besonders gedrungen und die Abstände zwischen den Blattpaaren ist sehr gering (normal sind mehr als 2cm). Bei zu wenig Licht strecken sich Deine Pflanzen in die Höhe und versuchen dem Licht näher zu kommen. Dabei werden diese Abstände besonders groß. Auch das gilt es zu vermeiden.

      Blütephase (Generative Phase)

      • Beleuchtungsdauer
        10-12 Stunden pro Tag
      • DLI
        25-40
      • PPFD (je nach Beleuchtungsdauer)
        10h = 690-1100 umol/s/m2
        12h = 580-930 umol/s/m2

      HINWEIS: Wir empfehlen die 12-Stunden Variante. Mit einem PPFD von über 900 umol/s/m2 kommt man in einen Bereich, in dem die Pflanze Schaden nehmen kann. Sie verträgt solche Lichtstärken nur, wenn alle anderen Anbaubedingungen stimmen und sie kerngesund ist. 

      Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt