SOG oder ScrOG? - Wie Du die für Dich passende Anbaumethode findest

Lesedauer: 8 min

Hier lernst du...

  • was es mit SOG und ScrOG überhaupt auf sich hat
  • worauf Du dabei achten solltest
  • wie Du sie am besten umsetzen kannst

Sea of Green und Screen of Green - diese Begriffe sind den meisten Heimgrowern bekannt, bezeichnen sie doch immerhin zwei im Hobby weit verbreitete Anbaumethoden. Falls Du von diesen jedoch noch nichts gehört haben solltest oder Du Dein vorhandenes Wissen etwas auffrischen möchtest, dann bist Du hier genau richtig. Wir stellen Dir die beiden Methoden auf dieser Seite ausführlich vor.

Viel Spaß beim Gärtnern (und beim Lesen) wünscht dir dein Grow Guru Team :).

Keine Lust zu Lesen? Den Artikel gibt's auch als Video:

Sea of Green / Screen of Green - Kurz Erklärt

SOGing und ScrOGing sind zwei elementare Anbautechniken, die vielfach verwendet werden und für viele Grower aus deren Repertoire nicht mehr wegzudenken sind. Die Verwendung dieser beiden Methoden hat sich schon lange bewährt und dient vor allen Dingen der Ertragssteigerung. Um Dir einen kleinen Einstieg in die Thematik zu ermöglichen, möchten wir Dir die Begriffe im Folgenden zunächst einmal erklären.

SOG

Das Kürzel steht für "Sea of Green" (frei übersetzt: ein Meer aus Grün) und erklärt somit das Prinzip schon recht anschaulich. 

Bei dieser Technik benutzt Du viele kleine Pflanzen (mit der selben Genetik), deren einzelne Haupttriebe du möglichst auf der selben Höhe halten möchtest. Dabei verwendest Du Schnitttechniken wie beispielsweise Lollipopping, um die Energie der Pflanzen hauptsächlich in die Kopftriebe umzuleiten.

Dadurch möchtest Du eine gleichmäßige und vor allem gleich hohe Pflanzenfläche erreichen, die optimal beleuchtet werden kann, ohne dass die Zweige sich gegenseitig Licht wegnehmen.

SOG-Schema als Schaubild

ScrOG

ScrOGing ("Screen of Green", also quasi "Grüner Schirm") hat zwar das selbe Ziel, arbeitet jedoch quasi mit dem Negativ des SOGing zugrunde liegenden Prinzips: Du beschränkst Dich auf eine oder wenige große Pflanzen (die Anzahl hängt allein von dem Dir zur Verfügung stehenden Platz ab), und bearbeitest diese so, dass sie sich an der Spitze weit verzweigen. So bilden die Triebe am Kopf der Pflanze ein deckendes, dichtes Dickicht.

Um das zu erreichen ist Topping das Mittel der Wahl, gepaart mit dem Einsatz eines passenden Pflanzennetzes, in das Du die Triebe einfädeln kannst.

Auch hier bildest Du eine gleichmäßige Pflanzendecke, einen Schirm, den Du gleichmäßig und optimal beleuchten kannst.

ScrOG-Schema als Schaubild

Pros und Contras

Weiter unten im Text beschreiben wir beide Anbautechniken ausführlicher und geben Dir eine Anleitung zur Hand, mit der Du Dein eigenes Projekt starten kannst. Zunächst möchten wir Dich aber über die Vor- und Nachteile der Methoden im Vergleich zueinander aufklären.

Wie Du schon gemerkt hast, verfolgen der Anbau mit SOG und mit ScrOG das selbe Ziel: die Optimierung des Lichteinfalls und eine daraus resultierende Steigerung Deines Ertrages. Das funktioniert bei beiden Techniken auch sehr gut - dennoch unterscheiden sie sich in einigen wichtigen Punkten voneinander.

So ist es sehr wichtig, dass beim SOGing alle Deine Pflanzen die selbe Höhe haben und somit das selbe Wachstumsverhalten an den Tag legen. Dies erreichst Du am besten, indem Du Klone von einer Mutterpflanze gewinnst (wie das geht erfährst Du hier). Das bedeutet aber auch, dass du zwei Räume benötigst: einen für die Mutter und die Wachstumsphase der Klone, einen für die Blütephase. Zudem wird hier durchaus eine gewisse Übung im Umgang mit Pflanzen vorausgesetzt. Auf dieser Seite bringen wir Dir daher elementare Schnitt-Verfahren näher. 

Beim ScrOGing brauchst Du diese Dinge nicht. Allerdings solltest Du beachten, dass die Wachstumsphase bei dieser Methode überdurchschnittlich lange ist, da Du ja mit großen Pflanzen arbeiten möchtest.

Für die zusätzlichen Schwierigkeiten belohnen Dich die Anbautechniken jedoch auch mit erfreulichen Vorteilen.

Bei einem SOG ist die Wachstumszeit sehr kurz und ermöglicht mit der richtigen Rotation einen kontinuierlichen Nachschub an frischen Jungpflanzen (mehr dazu liest Du weiter unten). Beim ScrOG hingegen hast Du vergleichsweise wenig Kosten, da Du nur wenige Pflanzen einsetzt. Zudem eignet sich das Verfahren hervorragend, wenn Du Deine grünen Schätze ab einer gewissen Höhe in ihrem Wachstum einschränken musst (beispielsweise aus Platzgründen oder wieso auch immer).

Falls Du schon merkst, dass der Anbau mit einer der beiden Methoden etwas für Dich sein könnte, dann solltest Du unbedingt weiterlesen; nun erfährst Du, wie genau das eigentlich abläuft.

Wie Du die Techniken Anwendest

Der Anbau mit SOG oder ScrOG ist nicht schwer und wirklich alles andere als eine Wissenschaft. Dennoch kann ein bisschen Übung in den jeweiligen Handgriffen durchaus von Vorteil sein. Diese können wir Dir zwar nur in begrenztem Rahmen beibringen (hier versuchen wir es), aber zumindest die Theorie und die Abläufe der Methoden möchten wir Dir näherbringen.

Dein erster SOG

  1. Zunächst benötigst Du Klone, die Du eintopfen kannst. Schneide diese aus Deiner Mutterpflanze (wie das geht lernst Du auf dieser Seite).
  2. Hast Du die Stecklinge gewonnen solltest Du sie schnellstmöglich eintopfen. Die Pflanzen sollen später nicht groß werden, daher empfehlen wir Dir 5,7-Liter-Töpfe.
  3. Die Jungpflanzen müssen nun wachsen ; dies können sie am besten im selben Raum, in dem auch die Mutterpflanze steht. Wie lange die Wuchsphase dauern soll, entscheidest Du selbst - mancher Grower lassen sie lediglich anstellen und stellen die Stecklinge bereits nach wenigen Tagen in den Blüteraum. Egal wie Du Dich entscheidest, denke auf jeden Fall daran, dass Deine Pflänzchen auch in der Blütephase noch ein wenig wachsen werden.
  4. Haben die Stecklinge die vorgesehene Höhe erreicht kannst Du sie nun ins nächste Zelt setzen und die Blüte einleiten.
  5. Kümmere Dich jeden Tag um die Pflanzen und überwache Wachstum und Triebbildung. Du möchtest pro Pflanze einen ausgeprägten Kopftrieb haben, vergiss also nicht das Lollipopping!

Genügend Klone zu gewinnen, um eine ganze Box mit ihnen zu füllen, ist nicht selbstverständlich und oft schwer umzusetzen. Schneidest Du zu viele Triebe von Deiner Mutter, so kann sie davon irreparablen Schaden nehmen. Natürlich kannst Du diese Problematik umgehen, indem Du einfach mehrere Mutterpflanzen in mehreren Räumen anziehst. Einfacher und kostengünstiger ist jedoch etappenweises Klonen.

Diese Etappen sind mit ein bisschen Erfahrung ebenfalls nicht schwer zu realisieren und sehen so aus:

  1. Schaffe ein paar Stecklinge und führe die oben genannten Schritte durch.
  2. Nach ungefähr 3 Wochen hat Deine Mutterpflanze neue, vielversprechende Triebe gebildet. Aus diesen kannst Du nun neue Klone gewinnen
  3. Lass diese wachsen (im selben Zeitraum, wie die Stecklinge davor) und setze sie danach zu den großen Geschwistern in den Blüteraum.
  4. Die "alten" Stecklinge werden nun ein bisschen gewachsen sein, trotz der Blütephase. Du willst allerdings eine gleichmäßige Fläche am Kopfende erreichen! Stelle hierzu die Neuankömmlinge erhöht, beispielsweise auf Styropor oder dergleichen. 
  5. Nach und nach werden sich die Höhen der verschiedenen "Chargen" anpassen - Du solltest das selbe auch mit dem Styropor-Podest machen, um den Blätterteppich immer auf der selben Höhe zu halten.
  6. Wenn Du möchtest und das Timing schon ein wenig geübt hast, kannst Du bereits die nächste Fuhre Klone gewinnen. Auf diese Weise hast Du einen permanenten Nachschub an Jungpflanzen und kannst kontinuierlich ernten.

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Ein bisschen leichter - der ScrOG

Beim ScrOGing musst Du weniger Dinge beachten und hauptsächlich beim Topping ein wenig aufpassen. Daher empfehlen wir, zunächst mit dieser Technik einzusteigen - zudem auch die Kosten spürbar geringer sind. 

  1. Um diese Methode effektiv nutzen zu können, sollten Deine Pflanze eine gewisse Höhe erreichen können. Dafür benötigen sie allerdings auch die entsprechende Wurzelmasse und Du daher die passenden Töpfe. Als Grow Guru raten wir Dir zum Einsatz von mindestens 11-Liter-Töpfen, eher sogar mehr.
  2. Zudem benötigst Du Pflanzennetze oder einen gleichwertigen Ersatz. In manchen Boxen sind diese bereits standardmäßig enthalten, Du kannst sie aber natürlich auch über unseren Shop beziehen.
  3. Idealerweise achtest Du auch ein bisschen auf die Genetik Deiner Pflanzen - Gewächse, die dazu neigen, hoch zu wachsen und viele Seitentriebe zu bilden, eignen sich für einen ScrOG besonders gut.
  4. Achte auf den Dir zur Verfügung stehenden Platz: pro Pflanze solltest du zumindest 30 x 30 cm Fläche einrechnen, auch hier eher mehr.
  5. Hast Du alles besorgt und Dich vorbereitet, geht's endlich los. Zunächst unterscheidet sich der Anbau gar nicht einem herkömmlichen - pflanze Deine Samen oder Stecklinge ein, ziehe sie an und topfe sie irgendwann in die großen Töpfe um.
  6. Nachdem die Wachstumsphase begonnen hat, kommt der Zeitpunkt immer näher, an dem Du in die natürliche Entwicklung eingreifen solltest: Topping ist das Zauberwort. Entferne den jeweiligen Haupttrieb der Pflanzen um die Verzweigung zu fördern.
  7. Diese Beschneidung kannst Du auch ein zweites Mal wiederholen, um den Effekt noch zu verstärken.
  8. Spanne das Pflanzennetz auf der von dir gewünschten Höhe über Deinen Pflanzen auf. Sobald einzelne Zweige versuchen, sich durch die Maschen hindurch zu mogeln, fädelst Du sie horizontal in das Netz ein. Schau jeden Tag nach neuen Trieben!
  9. Nach und nach bilden die Triebe so ein dichten und deckendes Feld, das ideal beleuchtet werden kann.
  10. Vergiss nicht, dass die Blüten und Früchte über das Netzt hinaus wachsen - das ist so gewollt! Bedenke das jedoch bei der Planung und halte den Platz dafür bereit.

Das war's auch schon - mehr steckt nicht dahinter :). Du siehst, ein Anbau mit den beiden Klassikern SOG und ScrOG ist im Grund einfach und  macht zudem viel Spaß. Am besten legst Du gleich los und setzt Dein neu erlerntes Wissen in die Tat um!

Checkliste: Was benötigst Du für Deinen ersten SOG/ScrOG?

Wie Du dir mittlerweile sicher denken kannst, ist diese Frage nur in Relation zu Deiner Anbaumethode zu beantworten. Je nachdem, wofür Du dich entscheidest, ist eine andere Ausstattung nötig. Bei uns im Shop findest Du für jede Technik Dein spezielles Zubehör. Am besten schaust Du einfach mal rein:

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