Tipps für dein Outdoor Grow-Projekt

Lesedauer: 9 min

Hier lernst du...

  • was für Dein Outdoor Grow-Projekt wichtig ist
  • wie Du Dich vorbereiten solltest
  • welches Zubehör sinnvoll ist

Der Schnee schmilzt, die Temperaturen steigen, der Frühling steht vor der Tür - und die ersten Grower stehen in den Startlöchern. Denn nun ist der perfekte Zeitpunkt, um Dein Werkzeug zu schnappen, Deinen Garten abzugehen und die Vorbereitungen für Deinen lange geplanten Outdoor-Grow zu treffen. Was Du dafür wissen solltest und wann Du welchen Schritt erledigst, das erfährst Du in unserem Guide.

Viel Spaß beim Gärtnern (und beim Lesen) wünscht dir dein Grow Guru Team :).

Die Vorbereitung Deines Outdoor Grows

Die Herausforderung beim Outdoor-Growing besteht in unseren Breitengraden vor allem darin, Deinen Pflanzen ausreichend Sonnentage zur Verfügung zu stellen. Je mehr Sonne Deine Pflanzen vor dem Herbst abbekommen, desto größer und ergiebiger werden sie.

Umso wichtiger ist es also, frühzeitig mit der Vorbereitung zu beginnen. Unsere Empfehlung: starte bereits im Februar damit, Dir Gedanken über die Umsetzung zu machen und die benötigte Ausrüstung zu besorgen.

Noch vor Frühlingsbeginn solltest Du folgende Dinge erledigt haben:

  • Samen kaufen
  • Anzucht-Equipment besorgen
  • Outdoor Location aussuchen und vorbereiten

Wie Du den richtigen Ort für Deine Pflanzen findest, erklären wir Dir ausführlich in diesem Video:

Zusammengefasst ergeben sich 6 Punkte, die Du berücksichtigen solltest:

  1. Licht
  2. Abgeschiedenheit
  3. Sichtschutz
  4. Boden
  5. Wasserquelle
  6. Erreichbarkeit

Hast Du den richtigen Ort für Deine Pflanzen gefunden und die Vorbereitung für Deinen Outdoor Grow abgeschlossen, kannst Du auch direkt starten.

1. Die Aussaat - Anfang April

Wie bereits erwähnt, sind Sonnentage der entscheidende Faktor für einen zufriedenstellenden Ertrag. Um Zeit zu sparen und möglichst viel Sonne an Deine Pflanzen zu bringen, empfehlen wir Dir, die Aussaat im April anzugehen.

Du hast viele Möglichkeiten, die Samen erfolgreich zum Keimen zu bringen. Beliebt und oft genutzt sind unter anderem

  • Vorkeimen in Küchenpapier
  • Anzucht in Quelltabs auf Kokos oder Torf

Optimalerweise verwendest Du eine Mischung aus beidem. Wie das genau geht kannst Du in unserem Ratgeber zur Aussaat und Anzucht von Stecklingen erfahren.

Das Keimen - und auch alle anderen nachfolgenden Schritte - können je nach Pflanzensorte und Umgebung etwas länger oder kürzer dauern. Plane diese Zeit in die Durchführung Deines Outdoor Projektes ein.

2. Aus Samen werden Stecklinge - Mitte/Ende April

Für maximales Wachstum kannst Du Deinen Stecklingen indoor ein paar Wochen Kunstlicht gönnen. Im Endeffekt geht es um das Erreichen eines optimalen Ernteergebnisses - das Wachstum Deiner Pflanzen zu unterstützen ist hierzu ein wichtiger Hebel.

Natürlich kommst Du auch ohne Kunstlicht aus. Hierzulande führt das jedoch fast unweigerlich zu einem nicht komplett genutzten Potenzial bei Deinem Outdoor Ertrag.

3. Der Umzug ins Freie - Mitte Ende Mai

Gegen Ende des Frühlings sollten die Temperaturen stabil und gefestigt sein und die idealen Voraussetzungen für das Umpflanzen Deiner grünen Schätze bieten. Also schnapp Dir Dein Werkzeug, Deine Pflanzen, vielleicht ein, zwei Helfer und mach einen Ausflug ins Grüne!

Wie Du Deine Pflanzen richtig aussetzt und wie Du sie vor Mensch und Tier schützen kannst, das erklären wir Dir in den nächsten Abschnitten oder in folgendem Video:

Bevor Du Deine Pflanzen auf den von Dir ausgewählten Platz setzen kannst, solltest Du diesen zunächst von anderen Gewächsen befreien. Dadurch haben Deine grünen Lieblinge ausreichend Platz zum Wachsen und müssen zudem nicht mit anderen Pflanzen um die im Boden enthaltenen Nährstoffe konkurrieren.

Im nächsten Schritt hebst Du ein großes Loch aus, in dass Du Deine eigene (vorgedüngte) Erde füllen kannst. In diese pflanzt Du dann Deinen Stecklinge. 

4. Schütze Deine Pflanzen!

Theoretisch ist es nicht nötig, Deinen Anzuchtplatz über diese wenigen Maßnahmen hinaus vorzubereiten. In der Praxis sieht es wiederum anders aus: Tiere könnten auf die Idee kommen, deine Pflanzen als lohnenswerten Leckerbissen zu interpretieren, und Menschen könnten sie aus Versehen mit ihrer eigenen Anzucht verwechseln und spontan die Ernte für Dich übernehmen.

Um derartige Verluste zu minimieren, solltest Du darüber nachdenken, Deine Pflanzen zu schützen. Um effektive Schutzvorkehrungen zu treffen, musst Du natürlich erst wissen, vor wem genau Du Deine zukünftige Ernte schützen möchtest.

Schutz vor Menschen

Menschen entdecken Deine Pflanzen entweder durch den starken Geruch oder weil sie auffällig an leicht einsehbaren Orten stehen. Möchtest Du Deine Früchte also vor anderen Gärtnern beschützen, solltest Du an diesen beiden Punkten anknüpfen. 

Die eefektivste Methode, um fremde Blicke auf Deine Pflanzen zu verhindern, ist die Wahl eines versteckten und natürlich geschützten Platzes. Allerdings ist das oft einfacher gesagt, als getan; sollte es in Deiner erreichbaren Umgebung keinen derartigen Ort geben, musst Du Dir wohl oder übel etwas anderes einfallen lassen. 

Dabei empfehlen wir Dir, folgenden Grundsatz vor Augen zu haben: nachträgliche Veränderung erscheint unnatürlich. Das menschliche Auge erkennt sehr gut, wenn etwas optisch aus dem Rahmen fällt. Du solltest also versuchen, optische Schutzmaßnahmen so natürlich wie möglich anzulegen. Setze beispielsweise einen Kreis aus anderen Pflanzen um Deine Schätze herum. Diese sollten dann idealerweise:

  • gut in die Umgebung passen
  • in etwa die gleiche Höhe haben, wie Deine eigenen Pflanzen
  • nicht zu viel Licht, Platz und Nährstoffe für sich beanspruchen

Grundsätzlich geeignet sind unter anderem Sonneblumen, die jedoch aufgrund ihrer Farbe ins Auge stechen. Zur Not kannst Du es auch mit einem Tarnnetz probieren, allerdings empfehlen wir Dir vorher, Dich durch alle anderen möglichen Instanzen zu versuchen. Wie erwähnt, ist der beste Schutz gegen fremde Blicke ein versteckter Anzuchtort.

Lass Dich davon jedoch nicht entmutigen, denn es gibt auch gute Neuigkeiten: die Nase Deiner Konkurrenten ist im Vergleich zu deren Augen etwas leichter zu täuschen. 

Um den starken Eigengeruch Deiner Pflanzen zu überdecken lohnt sich erneut der Einsatz anderer, stark duftender Gewächse. Beispiele hierfür sind:

  • Lilien
  • Hyazinthen
  • Lavendel
  • oder einheimische Stinkpflanzen wie der Aronstab

Persönlich tendieren wir jedoch zu einer besseren Alternative: der Brennnesseljauche. Neben dem starken Geruch hat diese auch den Vorteil, dass sie Deine Pflanze mit Stickstoff versorgt. Wie Du diesen wunderbaren Naturdünger selbt herstellen kannst erklären wir Dir detailliert in Kapitel 5.

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Schutz vor Schädlingen

Schädlinge sind für uns weit verbreitete Schadinsekten, wie Läuse, Thripse oder Spinnmilben aber auch ein klassischer Gärtnerschreck wie die Nacktschnecke. Für sich genommen können diese kleinen Tierchen Dir eine passable Herausforderung liefern, versammelt machen sie Dir zweifellos das Gärtnerleben schwer

Nun ähnelt gerade der Kampf gegen die Schadinsekten beim Outdoor-Growing Don Quijotes Ritt gegen die Windmühlen; Spinnmilben und viele Fliegen entwickeln sich besonders gut bei trockenen Klimabedingungen, auf die wir leider keinen Einfluss haben. Die beste Strategie ist daher eine umfassende Vorsorge. 

Halte die Nährstoffversorgung und die Bewässerung Deiner Pflanzen immer aufrecht und sorge so für eine gute und zufriedenstellende Grundgesundheit. Sie können einen etwaigen Befall dadurch viel besser verkraften und Du brauchst Dir weniger Sorgen um den Erfolg Deines Grows zu machen :).

Eine stützende Säule bei der Prophylaxe sind zudem Nützlinge, die von den Schadinsekten leben und Deine Pflanzen aus purem Eigeninteresse vor einer übermächtigen Schädlingspopulation schützen werden. Solche Nützlinge kannst Du entweder gezielt kaufen, beispielsweise bei uns im Shop, oder sie durch ein paar Tricks anlocken. Ein Insektenhotel in Kombination mit einer Wasserschale überzeugt in der Regel viele kleiner Helfer, es sich in der Nähe Deiner Pflanzen gemütlich einzurichten.

Doch während die einen gewollt sind, werden andere gefürchtet - Schnecken sind der Albtraum vieler Outdoor Grower

Um diese gefräßigen Schädlinge von Deinen Gewächsen fernzuhalten, kannst Du spezielle Schneckenzäune verwenden, die Du einfach um die Haupttriebe Deiner Pflanzen platzierst. Kupferbänder oder Schmiergelpapier haben letztendlich den selben Effekt und sind in der Anschaffung oft ein wenig billiger.

Falls Du es natürlicher halten möchtest lohnt sich der Einsatz von Rindenmulch oder Sand. Schnecken können sich auf diesem Terrain schwieriger fortbewegen und die Distanz zu Deinen Pflanzen nur mit größeren Mühen überwinden.

Falls Du mit dem Gedanken spielen solltest, Schneckenkorn zur Abwehr der kriechenden Vielfraße zu nutzen, so möchten wir Dir davon dringend abraten. Dieses Gift kann nicht nur die Schnecken selbst, sondern auch deren Fressfeinde töten und somit weitgehend in die Natur eingreifen. Zudem eine derart drastische Maßnahme gar nicht nötig ist - Salbei enthält viele ätherische Öle und schreckt die meisten Schnecken einfach ab.

Schutz vor Wildtieren

Neben den kleinen Schädlingen gibt es auch größere Tiere wie Rehe oder Hasen, die sich gerne an Deinen Pflanzen gütlich tun wollen. Mit wenigen einfachen Mitteln kannst Du Dir diese aber schnell vom Hals halten.

Alle Tiere, die Dir Deine zukünftige Ernte schmälern wollen, sind Fluchttiere. Willst Du sie vertreiben, musst Du nur ihren Fluchtinstinkt wecken. Hierzu kannst Du unter anderem das Fell oder die Exkremente von Raubtieren wie Katzen oder Hunden um Deine Pflanzen auslegen. Die großen "Schädlinge" werden den Räuber reichen und sich schnell aus dem Staub machen.

Wenn Du kleinen Zugriff auf Hunde- oder Katzenhaare haben solltest, kannst Du auf Blutmehl zurückgreifen.  Dabei handelt es sich um organischen Dünger aus Schlachtabfällen, der aufgrund seines Geruchs auf viele Tiere (und einige Menschen) äußerst abstoßend wirken kann.

Um auf Nummer sicher zu gehen, empfehlen wir Dir, zusätzlich noch auf den guten, alten Zaun zu setzen. Dieser ist sicher nicht sonderlich kreativ und innovativ, aber definitiv bewährt. Hast Du die Möglichkeit, unauffällig einen Zaun um Deinen Anzuchtplatz zu ziehen, nutze sie.

Nachdem Du Deine Pflanzen nun geschützt hast, dürfen sie ein wenig in Ruhe wachsen und Du kannst Dich anderen Dingen widmen - beispielsweise der Herstellung von Brennnesseljauche:

5. Brennnesseljauche selber machen

Grow Guru wäre nicht dasselbe ohne unseren aktiven YouTube-Kanal. Daher haben wir selbstverständlich auch dieses Thema in einem informativen Video für Dich verpackt:

Brennnesseln sind äußerst nützliche Pflanzen und helfen Dir nicht nur dabei, einen geeigneten Ort für Deinen Outdoor Grow zu finden, sondern unterstützen Dich auch bei der Abwehr von Schadinsekten und wildernden Gärtnern.

Hierfür nutzt Du Brennnesselsud und Brennnesseljauche. Ersteren kannst Du auf Deine Pflanzen sprühen um sie vor Schädlingen zu schützen, während die Jauche einen stickstoffhaltigen Naturdünger bildet, der durch seinen intensiven Geruch nebenbei neugierige Menschen verscheucht. 

Die Herstellung dieser beiden natürlichen Mittel unterscheidet sich lediglich in der Dauer, während der die Brennnesseln im eigenen Saft ziehen müssen. 

Du benötigst für Deine eigene Brennnesseljauche nur sehr wenig, weswegen sie hervorragend für das Outdoor Growing geeignet ist:

  • Brennnesseln (Du hast es vielleicht schon vermutet)
  • Wasser
  • Ein Gefäß, in dem Du beide Komponenten zusammenführen kannst
  • Handschuhe, Schere, Korb
  • Zeit

Im ersten Schritt musst Du zunächst Brennnesseln sammeln. Zumeist wachsen diese am Waldrand oder in der Nähe von Feldern. Schnapp Dir eine Schere, ein Paar Handschuhe, den Korb Deiner Wahl und unternimm einen kurzen Ausflug ins Grüne.

Hast Du genug Brennnesseln gesammelt kannst Du gleich zur Herstellung übergehen; hier benötigst Du Wasser und ein wasserdichtes Gefäß (im Idealfall mit passendem Deckel). Zerkleinere die Nesseln ein wenig, fülle sie in Dein Gefäß und kippe Wasser hinterher, sodass die Pflanzen gut damit bedeckt sind. 

Nun müssen die Brennnesseln ziehen. Je nachdem, ob Du Sud oder Jauche als Endprodukt haben möchtest, benötigt dieser Prozess unterschiedlich viel Zeit. Für Sud reicht es, die Brennnesseln nach 12-24 Stunden wieder aus dem Gefäß zu nehmen. Für die Jauche müssen die Brennnesseln jedoch gären, was durchaus bis zu 5 Wochen dauern kann.

Die Gärung ist abgeschlossen, wenn sich keine Blasen mehr in dem Gefäß bilden und Dir beim Öffnen des Deckels ein einnehmender Geruch entgegen weht. Die Brennnesseln haben sich zu diesem Zeitpunkt komplett zersetzt und die Jauche nun eine deutliche, dunkle Färbung.

Die Nährlösung kann jetzt direkt verwendet werden. Während Du den Sud unverdünnt nutzen kannst, empfehlen wir Dir beim  Einsatz von Brennnesseljauche hingegen ein Mischungsverhältnis von 1 zu 10 (also 1 Liter Jauche und 10 Liter Wasser).  

 

6. FAQ - Häufig gestellte Fragen

Für alle, die eine Zusammenfassung möchten oder einfach wenig Zeit haben - die häufigsten Fragen zum Outdoor Grow:

Was benötigst Du für einen Outdoor Grow?

Du benötigst Samen für Deine Pflanzen, einen geeigneten Ort und ein bisschen Ausrüstung für die Anzucht.

Was ist der beste Ort für einen Outdoor Grow?

Der Platz sollte abgeschieden sein aber über genug Licht verfügen, einen guten Boden haben und leicht mit Wasser zu erreichen sein. 

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Start?

Anfang April solltest Du bereits die Samen zum Keimen bringen, sodass Du Deine Pflanzen Mitte/Ende Mai aussetzen kannst.

Wie kannst Du Deine Pflanzen vor Fremden verstecken?

Idealerweise durch einen abgelegenen Ort; ist ein solcher nicht erreichbar, kannst Du ein paar zusätzliche Pflanzen wie Sonnenblumen, etc. einpflanzen, um Deinen Grow zwischen ihnen zu verstecken.

Was kannst Du gegen den Geruch des Outdoor Grows unternehmen?

Du kannst entweder Pflanzen mit starken Eigengeruch einpflanzen (Lilien, Aronstange) oder Brennnesseljauche zum Düngen nutzen.

Wie kannst Du Deine Pflanzen vor Schädlingen schützen?

Am besten ist eine Vorsorge durch Nützlinge geeignet. Baue ein Insektenhotel oder kaufe spezielle Nützlinge, die von den Schädlingen leben.

Was kannst Du gegen Wildtiere unternehmen?

Das beste Mittel gegen Wildtiere ist ein Zaun. Darüber hinaus wirken Hunde- und Katzenhaare oder Blutmehl wahre Wunder.

Ausrüstung, die DEinen Start erleichtert

Für eine rundum gelungene Anzucht empfehlen wir Dir:

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