Indoor und Outdoor Growing mit Living Soil - Einführung

Lesedauer: 9 min

Living Soil - bring die Natur zurück!

  • Welche Vorteile der Anbau mit Living Soil mit sich bringt
  • Was die neue Anbaumethode auszeichnet
  • Was Du dafür benötigst
Mehrere Produkte von Almicanna zum Thema Living Soil

Man nehme mehr Ertrag, weniger Aufwand, paart das Ganze mit überzeugender Nachhaltigkeit und fügt eine ordentliche Prise Spaß dazu: fertig ist eine Anbaumethode, von der wir mehr als begeistert sind. Living Soil bringt Dich back to the roots - und das wortwörtlich! Wieso wir das genau so schreiben können, das erfährst Du in den folgenden Zeilen.

Viel Spaß beim Gärtnern (und beim Lesen) wünscht Dir Dein Grow Guru Team :).

Inhaltsverzeichnis

  • Zusammenfassung: was sind die Vorteile von Living Soil?
  • Was ist die Idee hinter Living Soil?
  • Was ist der Unterschied zu herkömmlichen Anbaumethoden?
  • Wie läuft ein Grow mit Living Soil ab?
  • Die häufigsten Fragen zum Thema Living Soil

Zusammenfassung: was sind die Vorteile von Living Soil?

Bevor wir tiefer ins Thema einsteigen, sollst Du zunächst einmal erfahren, wieso sich das Lesen dieses Textes für Dich lohnt. Welchen Nutzen bringt Dir Growing mit Living Soil:

  • Gesunde Pflanzen - in Deinem lebenden Boden finden Pflanzen genau das Umfeld, das sie aus der Natur kennen und für eine ordentliche Entwicklung benötigen
  • Große Pflanzen - keine andere Anbaumethode bringt derartig große Pflanzen bei einer so geringen Fehleranfälligkeit hervor
  • Große Blüten - diesen Punkt lassen wir einfach für sich sprechen :)
  • Hervorragender Geschmack - die durch und durch organische Weise, mit der Deine Pflanzen aufwachsen, sorgen für ein natürliches und intensives Geschmackserlebnis
  • Nachhaltigkeit & Sparsamkeit - Du kannst (und sollst) Deine Erde bei richtiger Anwendung jahrelang wiederverwenden
  • Ein absolut neues und wohltuendes Growing-Erlebnis

Überzeugt? Dann wird es Zeit, Dir Living Soil genauer vorzustellen.

Unser Einsteiger-Video zum Thema Living Soil

Wir sind ein Grow Shop, der immer versucht, am Zahn der Zeit zu bleiben. Das Thema Super Soil / Living Soil ist in den USA schon seit Jahren sehr groß. Hier in Europa reden noch sehr wenige darüber und es gibt wenig Erfahrung zum Thema Living Soil.

Als wir angefangen haben, uns mit dem Thema Living Soil zu beschäftigen, wurden wir immer neugieriger und haben uns dann entschieden, einen Experten aufzusuchen. 

Deshalb haben wir Pablo von Almicanna in Spanien besucht und zum Thema Living Soil ausgefragt. Entstanden ist daraus ein  ausführliches Interview mit vielen nützlichen Infos für Einsteiger oder Fortgeschrittene. Selbstverständlich führen wir auch die Produkte vor und erklären die Anwendung.

Was ist der Grundgedanke hinter Living Soil?

Bei Living Soil liegt der Fokus auf dem Boden, in dem Du Deine Pflanzen anbaust. Dieser bildet die Basis für ein allumfassendes und natürliches Ökosystem, welches in der Lage ist, sich über eine lange Zeit selbst zu versorgen.

Das hierzu passende Schlagwort ist "Soil Food Web", ein Bodennahrungsnetz, das sich durch die Erde zieht und von einer symbiotischen Beziehung zwischen all seinen Bestandteilen geprägt ist.

Diese Bestandteile sind neben Deinen Pflanzen vor allem mikrobielle Lebensformen wie Pilze und Bakterien, aber auch organische Pflanzenabfälle oder Nematoden. Sie leben in gegenseitigem Nutzen miteinander und tauschen beispielsweise Kohlenstoff und Zucker gegen wertvolle Nährstoffe. 

Eine vereinfachte Darstellung des Bodennahrungsnetzes
Eine vereinfachte Darstellung des Bodennahrungsnetzes (Quelle: Bundesamt für Naturschutz)

Dieses Nahrungsnetz ist durch herkömmliche Anbauarten nicht reproduzierbar - es benötigt einen natürlichen und ursprünglichen Lebensraum in dem es wachsen und sich entwickeln kann. Living Soil kommt so nahe an diesen Lebensraum heran, wie es ohne Tiere wie Maulwürfe, Vögel oder größere Insekten möglich ist.

Man kann im wahrsten Sinne des Wortes sagen: Dein Boden lebt. Und genau davon profitieren Deine Pflanzen enorm.

Die Schnittstelle zwischen Deinen Pflanzen und dem sie umgebenden Boden sind ihre Wurzeln. Ein besonderes Augenmerk liegt hier auf der sogenannten Rhizosphäre, also dem Bereich, der die Wurzeln Deiner Pflanzen direkt umgibt. 

Dort siedeln sich Pilze wie Mykorrhiza an, die sich mit den Wurzeln verbinden und für diese zusätzliche Nährstoffe aus sonst unerreichbaren Vorkommen abbauen. Durch das besondere Gleichgewicht, das die Living Soil Methode auszeichnet, ist auch die Rhizosphäre besonders - nämlich besonders gesund. 

Zusammengefasst bildest Du mit Living Soil also ein natürliches Ökosystem nach, nur eben in Deiner Growbox.

Was ist der Unterschied zu herkömmlichen Anbaumethoden?

Der Hauptunterschied zwischen Living Soil und allen anderen Anbauarten ist der Grundgedanke der Selbstversorgung. Dein Boden beinhaltet grundsätzlich alle Nährstoffe und Mineralien, die Deine Pflanzen benötigen, kann diese über mehrere Anbauzyklen hinweg halten und selbstständig mit ihnen arbeiten.

Du bereitest Deine Erde vor dem Einsetzen der Pflanzen einmal vor, gibst ihr ein wenig Zeit zum Reifen und pflanzt dann Deine jungen Sämlinge in den Boden. 

Von diesem Zeitpunkt an musst Du Dich zum größten Teil nur noch um die Pflanzenpflege kümmern. Düngen, also die regelmäßige Zugabe von Nährstoffen, fällt beim Anbau mit Living Soil nahezu komplett weg. Wenn Du möchtest, kannst Du jedoch auf freiwilliger Basis alle zwei bis drei Wochen einen kleinen Booster ins Gießwasser geben.

Deine Pflanzen haben grundsätzlich bereits alles, was sie für eine gesunde Entwicklung brauchen, in ihrer Wachstumsumgebung - und sie entscheiden selbst, was, wann und wieviel davon sie sich nehmen. Diese Eigenständigkeit gepaart mit der symbiotischen Unterstützung der Mikroorganismen im Boden sorgt für die beeindruckenden Erfolge der Living Soil Methode.

Bleib am Ball! - Der Grow Guru Newsletter

2x pro Monat: Produktinfos, Rabattaktionen, und Tipps für Dein Growing Hobby!

Auch die Kontrolle von pH- und EC-Werten gehört der Vergangenheit an. Das mikrobielle Leben im Boden sorgt selbst für ein gesundes und passendes Gleichgewicht. 

Gießen bei Living Soil

Gießen musst Du Deine Pflanzen natürlich auch weiterhin - achte hierbei darauf, dass Dein Gießwasser 24 Stunden abgestanden und chlorfrei ist. Je nachdem, wie sich Dein Boden zusammensetzt, kann die Wasseraufnahme etwas länger dauern als gewöhnlich. Hierfür gibt es allerdings Hilfsmittel, die wir Dir ein wenig später im Text genauer vorstellen.

Der einzige große Fehler, den Du bei Deinem Living Soil machen kannst, ist eine längere Austrocknung. Um eine gleichmäßige ideale Erdfeuchte zu erreichen, empfehlen wir den Einsatz eines Bodenfeuchtemessers, wie dem Blumat Digital.

Ein Living Soil kann viele Jahre lang verwendet werden

Dein Living Soil und die darin enthaltene Fauna entwickeln sich im Laufe der Zeit weiter. Mit jedem Anbauzyklus, der vergeht, stellt sich das ökologische Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Mikroorganismen ein Stück weiter ein. 

Das bedeutet, dass ein Living Soil darauf ausgelegt ist, mehrfach hintereinander verwendet zu werden. Du musst Dir also nicht mehr überlegen, wie Du am besten Deine benutze Erde entsorgst. 

Mit der richtigen Pflege kannst Du Deinen Boden durchaus zwei bis drei Jahre am Stück nutzen und mit jedem Grow zusehen, wie Deine Pflanzen wachsen und gedeihen. Sollte Deine Erde einmal austrocknen oder zu viel Zeit zwischen zwei Anbauzyklen vergehen, kannst Du spezielle Mischungen hinzugeben, die das Bodennahrungsnetz wieder reaktivieren.

Du merkst wahrscheinlich bereits, dass sich die Herangehensweise beim Anbau mit Living Soil von anderen Growing-Methoden grundlegend unterscheidet. Das Ziel ist nicht das gewaltsame Pushen eines starken Grows, sondern das Schaffen einer nachhaltigen, gesunden und langfristigen Wachstumsumgebung, von der Du und Deine Pflanzen immer wieder profitieren können.

Wie läuft ein Grow mit Living Soil ab?

Die kurze Antwort: überraschend simpel. Living Soil ist auch für Anfänger geeignet und benötigt alles in allem weniger Aufwand und Vorwissen, als Du es vielleicht von anderen Anbautechniken gewöhnt bist.

Dennoch hast Du auch hier viel Spielraum zum experimentieren; in den folgenden Absätzen möchten wir dir aber vorerst die Basics näher bringen.

Zunächst benötigst Du einen Behälter für Deinen Boden, zum Beispiel das ROOT HEAVEN Living Soil BED. Dieses ist nachhaltig produziert, verfügt über eine hervorragende Wasserspeicherung und unterstützt zudem den wichtigen Gasaustausch zwischen der Erde und der Umgebungsluft. Die Beete haben Platz für 364 bzw. 544 Liter Erde: 

Dein erster Schritt sollte es nun sein, Deinen lebenden Boden anzumischen. Wir empfehlen Dir, das nicht direkt in Deinem empfindlichen Beet zu machen, da Du schon einiges an Erde bewegst und der Einsatz von entsprechenden Werkzeugen durchaus sinnvoll ist. Am besten nimmst Du Dir eine große Kunststoffwanne oder eine einfache Plane.

In bzw. auf diese schüttest Du nun Dein Substrat. Für Living Soil eignet sich am besten eine wenig bis gar nicht vorgedüngte, organische Erde wie Canna Bio Terra Plus.

Dein Substrat muss nun mit Nährstoffen angereichert werden. Du kannst Dir entsprechende Mischungen selbst zusammenstellen oder vorgefertigte Mischungen kaufen. 

Der Universal Amandments Mix von Almicanna, eignet sich für Einsteiger besonders gut. Er bildet eine ideale Grundlage für einen vollwertigen Living Soil und schafft eine gesunde Wohlfühlumgebung für Mikroorganismen.

Füge Deiner Erde die Mischung in entsprechender Dosierung hinzu und vermenge das Ganze. Es ist wichtig, dass der Boden gut durchmischt wird, sodass die Nährstoffe gleichmäßig verteilt sind - wiederhole diesen Schritt ruhig ein paar Mal.

Ist alles gut vermengt füllst Du das angereicherte Substrat in Dein Bett, wässerst es ein wenig und lässt Den Boden erstmal ein wenig reifen. Dieser Prozess sollte mindestens eine Woche dauern, besser sogar zwei. Lass den Boden arbeiten und potent werden.

Im Anschluss daran folgt die Anzucht wie gehabt: bilden deine Setzlinge zwei bis drei Blattpaare kannst Du sie unbesorgt in Deine lebende Erde einsetzen. Nutzt Du statt Samen frische Stecklinge, so kannst Du diese auch direkt in den Boden setzen. 

Nachdem Du Deinen Boden mit dem Universal Amendments Mix belebt hast, verfügst Du bereits über ein ordentliches Fundament, mit dem Du auch durchaus schon etwas anfangen kannst. Was ab jetzt folgt, ist die Kür - nicht notwendigerweise erforderlich, aber mit spürbarem Effekt.

Konkret sind damit zusätzliche Nährstoffe und Mikroorganismen gemeint, die Du alle paar Wochen mit Deinem Gießwasser vermengt in Deinen Living Soil geben kannst. Diese reichern den Boden über das bereits vorhandene Level hinaus an und enthalten vor allem nützliche Symbionten wie Mykorrhiza- oder Trichoderma-Pilzen sowie pH-fixierende Bakterien. Dein Boden-Nahrungsnetz wird also weiter durch natürlich vorkommende Elemente verstärkt.

Solltest Du diesen zusätzlichen Schritt gehen wollen, werden Deine Pflanzen Dir diese Kür sicherlich danken - sie profitieren von stark erhöhten Abwehrkräften und einem pH-konstanten Boden. Für Dich bedeutet das letzten Endes eine größere Ernte bei weniger Arbeit.

Die kleinen Symbionten bietet Almicanna in zwei verschiedenen Mischungen an: Rhizobiom (oben) enthält Endo-Mykorrhiza und konzentriert sich vor allem auf die Wurzelebene Deiner Pflanzen. Rhizobiom stärkt somit vor allem deren Vitalität. Microbiom (unten) enthält hingegen Trichoderma und sorgt für eine bessere allgemeine Gesundheit Deines lebenden Bodens. In den enthaltenen Bakterien unterscheiden sich die Mischungen nur in Nuancen.

Die Mischungen verfügen beide über ordentliche Power und sollten nicht wie handelsüblicher Dünger verwendet werden. Es reicht völlig, wenn Du alle 14 Tage 0,5 bis maximal 1 g des Pulvers in je 1 L Gießwasser mischst. 

Wie starte ich am besten in das Thema Living Soil?

Um Dir den Start so leicht wie möglich zu machen, haben wir Dir mehrere Living Soil Startersets zusammengestellt. Die Startersets sind für Indoor und Outdoor geeignet und enthalten alles, was Du für einen erfolgreichen Start benötigst.

Die häufigsten Fragen zu Living Soil

Welche Erde brauche ich für den Anbau mit Living Soil?

Idealerweise verwendest Du Bio-Erde, die entweder gar nicht oder nur sehr leicht vorgedüngt ist.

Ist Living Soil auch für Anfänger geeignet?

Auf jeden Fall. Natürlich musst Du Dich auch hier etwas einlesen; die Prinzipien von Living Soil sind jedoch schnell verinnerlicht. Wichtig: ein konstanten Feuchtigkeitslevel ist das A und O.

Muss ich die Pflanzen in einem großen Beet anbauen?

Nach oben ist die Grenze offen, nach unten allerdings durchaus klar gesteckt. Wir empfehlen eine Mindestgröße von 20 L.

Kann ich meinen Boden auch düngen?

Grundsätzlich kannst Du deinen Living Soil auch düngen - das kann allerdings zu Komplikationen führen.

Mineralische Dünger greifen Dein Boden-Nahrungsnetz an, organische stören dessen Gleichgewicht. 

Düngen ist also nur etwas für Profis!

Kann ich meinem Boden Würmer zugeben?

Allerdings, wir empfehlen das sogar. Würmer richten keinen Schaden an und steigern vielmehr den Wert deines Bodens.

Habt ihr Living Soil-Rezepte?

Es gibt nicht "das" Living Soil Rezept. Im Netz findest Du wahrscheinlich genauso viele Rezepte für Living Soil, wie es Inhalte gibt. Das liegt daran, dass es viele Wege ans Ziel gibt und viele davon sind richtig. 

Wenn Du mit Living Soil starten willst und nicht sicher bist, was Du für den Start benötigst, dann empfehlen wir Dir ein Living Soil Starterset. Die Startersets sind für Indoor und Outdoor geeignet und enthalten alles, was Du für einen erfolgreichen Start benötigst.

Wie wahrscheinlich ist es, dass Du diese Seite jemandem weiterempfehlen würdest?
Wenig wahrscheinlich
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
Wenig wahrscheinlich
Sehr wahrscheinlich
Absenden